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Anabolika sind künstlich hergestellte Hormone.
Alle Anabolikapräparate, die im Sport verwendet werden, gehen auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron
zurück. Beim Testosteron unterscheidet man eine androgene (die männlichen Geschlechtsmerkmale beeinflussende) und
eine anabole (stoffwechselbegünstigende, muskelaufbauende) Wirkung.
Bei der Herstellung der synthetischen Anabolikaprodukte hat man deshalb versucht, die anabole Komponente
auszunutzen. Die androgene Anteil bleibt jedoch als Nebenwirkung erhalten.
Die Wirkungsweise der Hormonpille schilderte der Hammerwerfer Uwe Beyer:
"Ich habe sofort die Wirkung der Anabolika gemerkt. Die Essgewohnheiten ändern sich, ich hatte riesengroßen
Appetit. Plötzlich wog ich 120 Kilo... Ich erlebte einen sprunghaften Anstieg der Kraftleistungen. Beim Training
wurde ich einfach nicht mehr müde, immer hätte ich Bäume ausreißen können."
Als Beyer die Anabolika absetzte, wurde er lustlos und depressiv.
("P.M.-Magazin" 9/1981)
Nach dem Dopingfall Ben Johnson bei den olympischen Spielen 1988 wurde die Kontrolle der Athleten verstärkt
(unangekündigte Trainingskontrollen, allerdings nicht in allen Ländern). Der Anabolikamissbrauch ging danach
deutlich zurück, die Leistungen in verschieden Sportarten (v.a. Leichtathletik) ebenfalls.
Sämtliche Anabolika gehen auf das Testosteron, dem wichtigsten männlichen Geschlechtshormon zurück.
Testosteron besitzt zwei wichtige Eigenschaften:
Zum einen wirkt es auf die inneren und äußeren männlichen Geschlechtsmerkmale (androgene Wirkung),
zum anderen wirkt es auf den Stoffwechsel, insbesondere auf den Eiweißstoffwechsel.
Es begünstigt den Eiweißaufbau (anabole Wirkung) in der Skelettmuskulatur, der Körperfettanteil wird
vermindert, anabole und androgene Wirkungen bestimmen das männliche Erscheinungsbild.
Anabolika wirken ausschließlich in Verbindung mit hartem körperlichen Training und werden als Tabletten
eingenommen oder gespritzt. Bekannte Anabolikapräparate sind Dianabol, Stanozolol (etwa im Fall Ben Johnson),
und Nandrolon. Sie können (ca. 14 Tage) im Urin des Sportlers/der Sportlerin nachgewiesen werden.
Nachweis von Dopingmitteln
Allerdings gibt es über die Wirksamkeit sehr unterschiedliche Meinungen. Einige Wissenschaftler gehen sogar
von einem reinen Placeboeffekt aus, andere vermuten eine starke Verbesserung der Höchstleistungen in allen
Kraft- und Schnellkraftsportarten.
Die Unterschiede in der sportlichen Leistung (v.a. Kraft/Schnellkraft) legen diesen Schluss nahe. Beim
geschlechtsreifen Mann liegen die Testosteron-Spiegel im Blut 20-40 mal höher als bei der Frau.
Ergebnis des Anabolikadopings waren dann aber auch Athletinnen mit sehr tiefer Stimme und mehr oder minder
starkem Bartwuchs. Allgemein kann man sagen, dass eine regelmäßige Einnahme von Anabolika bei Sportlerinnen
sehr viel stärkere Leistungssteigerung hervorruft. Grund dafür dürfte der o.g. 20-40 mal niedrigere
Grundtestosteronspiegel im Blut der Frauen sein.
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