Trainingslexikon
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Babyschwimmen

Das so genannte Babyschwimmen wird in immer mehr Hallenbädern in Form von Kursen angeboten. Eigentlich ist der Begriff "Babyschwimmen" aber falsch. Es handelt sich genau genommen um eine Form von Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser.

Das Baby- und Kleinkindschwimmen hat auf die späteren schwimmerischen Fähigkeiten keinen oder nur einen geringen Einfluss. Die spezielle Wassergewöhnung, die Grundfertigkeiten fürs Schwimmen (Tauchen, Schweben, Gleiten, Atmen, Springen) müssen in jedem Fall im normalen Schwimmunterricht (frühestens ab 3 Jahren möglich) gelernt werden. In späteren Entwicklungsphasen des Kindes kann sich trotz des Babyschwimmens vorübergehend ein gewisser Respekt oder eine Angst vor dem Wasser einstellen.

Wichtig: Normale Babyschwimmkurse leisten keinen Beitrag zur Verhinderung von Ertrinkungsunfällen

Vorteile

Ein neugeborenes Kind kennt das Element Wasser bereits aus dem Mutterleib, deshalb wird es die Zeit im Wasser mit den Eltern sehr geniessen.

Wasser stimuliert die Bewegungs- und Sinnesfähigkeit des Babys, es vermittelt neue Eindrücke und fördert die geistige Aufnahmefähigkeit des Kindes.

Im Babyschwimmen wird spielerisch die Erfahrung im Element Wasser gemacht! Es soll nichts lernen müssen, sondern Spass mit den Eltern und den anderen Kindern im Wasser haben.

Die körperliche Entwicklung wird durch die Wassererfahrung positiv beeinflusst, das Wasser wirkt auf alle Organsysteme, besonders auf die Atmung. Die geistige Entwicklung wiederum wird durch den engen Eltern-Kind-Kontakt gefördert. Das gegenseitige Vertrauen und die Sicherheit zu einander wächst. Die soziale Entwicklung profitiert durch engen Kontakt zu anderen Kindern und Eltern und dem gemeinsamen Erleben.

Der Aufenthalt im Wasser steigert das Wohlbefinden und die Fähigkeit zu Konzentration und Koordination

Gefahren

Neugeborene und Säuglinge besitzen zwar bis zum 3.-6. Monat den so genannten Atemschutzreflex, das heisst, die Wasseraspiration wird beim Untertauchen durch verschliessen des Kehlkopfs automatisch verhindert. Das bedeutet aber nicht, dass der Aufenthalt im Wasser für Säuglinge gefahrlos oder gar empfehlenswert ist. Sie können reichlich Wasser schlucken, was zum Entgleisen des Elektrolythaushaltes führen kann ("Wasservergiftung", Hyponatriämie). Genauso schwerwiegend sind die Infektions- und Unterkühlungsgefahr im Badewasser.

Die Unterkühlungsgefahr wird ebenfalls von den Meisten unterschätzt. Zu niedrige Wasser- und Lufttemperatur, ungenügendes Abtrocknen und Aufwärmen nach dem Bad können zu erniedrigter Körpertemperatur führen. Säuglinge und Kleinkinder kühlen wegen dem grösseren Verhältnis von Körperoberfläche zu -volumen sehr viel rascher aus als Erwachsene

Empfehlungen

  • Das Mindestalter beträgt 5 Monate
  • Die Wassertemperatur muss bis ins Alter von 3 Jahren mindestens 33°, zwischen 3 und 6 Jahren 31° betragen
  • Die maximale Aufenthaltszeit ist auf 20 Minuten zu beschränken
  • Die Wasserqualität muss Trinkwasserqualität aufweisen
  • So wenig Personen wie möglich im Becken (Schmutzeintrag)
  • Eltern und Kinder müssen sich vorher warm duschen, insbesondere im Genital- und Analbereich
  • Kleine Badeanlagen ohne viel Publikum sind gegenüber grossen, stark frequentierten Anlagen zu bevorzugen
  • Fürs Schwimmen geeignete Windeln sind oft Pflicht.
  • Nach dem Wasseraufenthalt sofort abtrocknen und aufwärmen.