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Kinder, Sport, Ernährung und Intelligenz



Verhängnisvolle Kombination falscher Ernährung und mangelnder Bewegung
Studie: Motorisch gut ausgebildete Kinder sind konzentrierter



Verhängnisvolle Kombination falscher Ernährung und mangelnder Bewegung

Bei einer Tagung beklagen Experten die verhängnisvolle Kombination falscher Ernährung und mangelnder Bewegung. Etwa jedes sechste Kind in Deutschland ist zu dick. Bei sieben bis acht Prozent liegt eine Adipositas vor. Trend steigend, beklagte Dr. Martin Wabitsch von der Unikinderklinik Ulm und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Leipzig.

Verantwortlich sind, so Wabitsch, zu fett- und energiedichte Lebensmittel gepaart mit deutlicher Abnahme körperlicher Bewegung und somit des Energieverbrauchs. Der deutliche Anstieg der Zahl übergewichtiger Kinder in Deutschland in den vergangenen Jahren werde durch Studien und Reihenuntersuchungen belegt. So hat sich der Anteil der Kinder mit zu hohem Gewicht in Jena zwischen 1975 und 1995 verdoppelt.

Im Leipziger CrescNet-Projekt wird in den Vergleichen der Gewichts- und BMI-Pertenzilen von 1995 und 2001 eine drastische Zunahme adipöser Kinder festgestellt, während sich in den Körpergrößen kaum Unterschiede ergeben haben, berichtete er.

Zu den Folgen sagte Wabitsch, "aus übergewichtigen Kindern werden übergewichtige Erwachsene mit einem hohen Risiko für das Auftreten von Typ 2 Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Gelenk- und Gallenblasenerkrankungen". Der Typ 2 Diabetes, der normalerweise erst im höheren Erwachsenenalter auftrete, werde inzwischen mit einer Prävalenz von circa 1,5 Prozent bei adipösen Kindern und Jugendlichen beobachtet.

Die Erfolge einer Behandlung von übergewichtigen Kindern mit dem Ziel der Gewichtsreduktion seien langfristig bei den meisten unbefriedigend. Er plädierte für Schritte im Sinne einer Primärprävention. Dabei sollte das Angebot an Nahrungsmitteln kontrolliert und die Attraktivität körperlicher Bewegung verbessert werden. Zum Beispiel durch den Ausbau von Radwegen und Öffnung von Schulsportstätten an Nachmittagen und Wochenenden.



Studie: Motorisch gut ausgebildete Kinder sind konzentrierter

Viel Bewegung macht Kinder schlau. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Sporthochschule Köln. Die Parole "Dick macht dumm" stimme zwar nicht, sagte Sportmedizinerin Chistine Graf am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Losung "Bewegung macht schlau" sei aber nun wissenschaftlich belegt. Dafür untersuchte ein Team unter Grafs Leitung 567 Jungen und Mädchen. Bei den Konzentrationstest schnitten die Kinder besser ab, die sich gut bewegen konnten.Kinder lernten die Welt über Bewegungen wie Greifen, Tasten oder Laufen kennen, erklärte Graf. Dabei entwickele sich nicht nur die Koordination, sondern auch das Denken. Die Medizinerin appellierte an die Eltern, den natürlichen Bewegungsdrang ihrer Sprößlinge nicht einzuschränken. Sie sollten ihre Kinder einfach raus schicken, denn jede Bewegung fördere die Koordination. "Kinder suchen sich ihre Bewegung selbst aus."

Für die Untersuchung wurden 281 Jungen und 286 Mädchen im Alter zwischen fünf und neun Jahren gewogen, gemessen und dann zu Motorik-, Ausdauer- und  Konzentrationstest geschickt. 15 Prozent der Kinder waren übergewichtig oder fettleibig. Grafs Team geht davon aus, dass in Deutschland sogar bis zu 25 Prozent der Kinder und Jugendliche übergewichtig sind. Grund dafür sei weniger, dass die Heranwachsenden zu viel essen. Vielmehr bewegten sie sich zu wenig. Um das viele Sitzen vor dem Fernseher oder am Computer auszugleichen, fordern die Macher der Studie mehr "Bewegungsräume" für Kinder, also mehr Spielplätze oder Sportanlagen.